November 30, 2017

Ein kleiner Rückblick auf den Brother ScanNCut-Workshop in Langenhagen

Und noch einmal 2 Tage Workshops bei Lillestoff in Langenhagen...
Diesmal waren wir im Besprechungsraum, versteckt mitten im Stofflager, da wo sich die Näh- und Handarbeitsbegeisterten am wohlsten fühlen.

Bei den Silhouette-Workshops sitzen ja alle erstmal ordentlich vor ihren Computern und erlernen die Software.
Bei den Brother-Workshops hingegen geht es gleich zur Sache. Es wird innerhalb von ein paar Minuten geschnitten und dementsprechend "wild" sieht es dann auch gleich aus. Die Tische können gar nicht groß genug sein und aus allen Taschen kommen spannende Materialien.

Das Thema war "Geschenkideen mit dem Brother ScanNCut" und so haben wir von allem ein bisschen was gemacht: ein bisschen Vinyl, ein bisschen Schablonenerstellen und Ausmalen und auf Wunsch der Teilnehmerinnen ganz viel mit Bügelfolien.
In den kleinen Gruppen war viel Raum für eigene Wunschprojekte. Am Ende haben alle mehrere fertige Werke eingepackt und hoffentlich ganz viel Inspiration mit nach Hause genommen.
Es hat so einen Spaß gemacht mit euch!

Diesmal habe ich auch zwischendurch mal daran gedacht, ein paar Fotos zu machen. Das war die Freitagsgruppe:




und das war die Samstagsgruppe:


Es haben sich Freundschaften entwickelt, die sogar Partnerlook-Shirts hervorgebracht haben.


Die Gläser haben wir mit den Mustern, die in der Maschine drin sind verziert.
Viele wissen gar nicht, was für schöne und nützliche Motive da überhaupt drin sind.

Und meine Holzschilder sind alle in sehr gute Hände abgegeben worden. 
Es war eine gute Idee, die Rohlinge zu machen (siehe den Blogpost davor). 


Es waren 2 super Tage und ich freue mich, euch bei Facebook oder anderswo wieder zu treffen.

Bis bald!



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November 22, 2017

Holzschilder im Shabby Look




Der freundliche Mann von Hellweg hat sich letzte Woche tatsächlich direkt bereit erklärt, mir aus ein paar Holzdielen ganz viele einzelne Schilder zurechtzusägen.



Dafür habe ich dann gleich noch ein Handschleifgerät für die Kanten gekauft und dann war "Basteltag" angesagt. 
Zum Glück spielte das Wetter mit und ich konnte auf der Terrasse schleifen. Das ging erstaunlich schnell und gut. Ziel war es, meine Workshop-Teilnehmerinnen am Wochenende mit den Schildern zu überraschen.



Nathalie von Jasando.ch hat auf der Creativa in den höchsten Tönen von den "Chalky Look"-Farben der italienischen Marke "Fleur" geschwärmt, die sie in der Schweiz verkauft. Ich habe mir 5 Farben und das Wachs mitgenommen und jetzt verstehe ich's. Die Farben sind der Hammer!
Sie sind von der Konsistenz her genau richtig, um den Pinsel einfach einzutauchen und loszustreichen, eine ganz saubere Sache. Sie decken hervorragend, halten auf fast allen Flächen ohne Vorbehandlung und ergeben nach dem Trocknen ein wunderschönes, farbintensives, mattes Finish.




Mit dem Wachs der gleichen Marke kann man dann die Kanten und die Stellen, die man später shabby haben möchte, leicht einstreichen. 
Nach dem Trocknen kommt der zweite Anstrich in Kontrastfarbe.



Dann werden die Kanten und die eingewachsten Stellen mit feinem Schleifpapier abgeschmirgelt. 
Da, wo vorher das Wachs aufgetragen war, geht die obere Farbschicht sehr leicht ab und ergibt einen abblätternden Effekt, super!



Ich hätte nicht gedacht, dass ich die 18 Schilder so schnell fertig bekomme und dass sie so schön werden. Gleichzeitig war es mal ganz herrlich entspannend, einfach nur den Pinsel zu schwingen, ohne den Anspruch auf Perfektion.



Dann habe ich mit dem Plotter 2 Schablonen geschnitten. Die Weihnachtsbaumdatei habe ich selbst erstellt und etwas in die Höhe gezogen, damit das Motiv länger wird für das schmale Brett.
Die Schabonen werden aufgelegt und jeweils in der Grundfarbe noch einmal oben darüber gestrichen.



Ok, es ist ein wenig Farbe unter die Schablone geraten, aber das macht überhaupt nichts. So ein Projekt darf ruhig handgemacht aussehen.



Die Stencilschrift, die in der ScanNCut schon gespeichert ist, eignet sich prima für ein Hinweisschild mit Text wie hier mein "PRIVAT"-Schildchen. Alles 4 Stunden trocken lassen und fertig!
Mal sehen, was die Mädels dazu sagen...



Und ich habe mir gleich noch 5 weitere Farben bestellt. Demnächst sind dann die Gartenstühle dran.



November 05, 2017

Welcher Plotter ist für mich der Richtige? Eine Gegenüberstellung Brother ScanNCut - Silhouette Cameo3

Gerade jetzt, wo die Tage kürzer werden und wieder mehr gebastelt und genäht wird, sehe ich immer wieder die Frage auftauchen, welcher Schneideplotter besser ist, die Geräte von Brother (ScanNCut) oder von Silhouette (Cameo3 und Portrait2).

Es gibt mehrere Gegenüberstellungen im Internet, aber wer noch nie so ein Gerät hatte, tut sich oft schwer damit, die technischen Daten zu beurteilen und zu entscheiden, was für einen selbst das Beste ist.

Für mich liegt der Unterschied ganz klar in der Bedienung der Geräte.
Wenn mir bei Workshops oder am Telefon jemand diese Frage stellt, versuche ich zuerst einmal herauszufinden, was für ein Typ Mensch der Interessent ist. Dann fällt die Entscheidung meist ziemlich schnell.

Wenn du gern handwerklich arbeitest, gerne nähst, bastelst, ausprobierst und darauf los arbeitest, dann bist du eher der ScanNCut-Typ.

Wenn du gern alles gut vorbereitest, geduldig bist, gern am Computer arbeitest, lieber die volle Kontrolle hast und exakte Ergebnisse bis ins kleinste Detail erwartest, dann bist du eindeutig der Cameo-Typ.

Wir haben einen kleinen Selbsttest mit 10 Fragen aufgesetzt. Wenn du diese beantwortest, bekommst du am Ende eine Punktzahl von 1 - 20 Punkten.

Brother ScanNCut-Typ 1 <---------------------------------> 20 Silhouette Cameo3-Typ.

Zum Selbsttest kommst du hier!



Das wichtigste Argument bei der endgültigen Entscheidung ist sicher der Druck, mit dem die Maschinen die Materialien schneiden.
Dieser ist bei den Brother-Geräten sehr hoch (bis zu 1250gr, also mehr als ein Kilo). So kann mit der ScanNCut auch Leder, Karton, Schrumpffolie usw. in einem Durchgang leicht geschnitten werden.

Die Silhouette-Geräte haben einen Anpressdruck von max. 210gr, also sehr niedrig. Hier kommst du schnell an Grenzen mit dicken, schweren Materialien. Der stärkste Karton, der problemlos geschnitten werden kann, ist Tonkarton mit 300 gr/qm.

Der ScanNCut kann auch ohne Computer benutzt werden, denn es gibt ein eingebautes Touch-Display, an dem du fast alle Funktionen direkt an der Maschine durchführen kannst. Du hast in der Maschine bereits jede Menge Designs vorinstalliert und kannst auch deine eigenen Designs dort speichern. Auch das WLAN bei den Brother-Modellen mit WLAN-Funktion funktioniert sehr gut. Mit dem Scanner kannst du Motive direkt mit der Maschine einscannen und schneiden oder die Schneidelinien speichern, um sie aus einem anderen Material auszuschneiden.

Bei den Silhouette-Geräten musst du die Designs, egal ob selbst erstellt oder gekauft, immer in der Software Silhouette Studio® bearbeiten, zum Schneiden vorbereiten und dann an die Maschine senden. Das Bluetooth arbeitet nicht immer zuverlässig. Du kannst die Dateien per USB-Stick übertragen für eine computerunabhängige Bedienung. Diese können jedoch an der Maschine nicht mehr verändert werden.

Die Silhouette-Geräte haben das Automatikmesser, das sich so einstellt wie in der Software vorausgewählt. Es ist allerdings nicht immer zuverlässig bei Materialien, die nicht von der Marke Silhouette sind. Ich rate allen Benutzern, zusätzlich ein Standardmesser für dickere und schwierige Materialien anzuschaffen.
Die Stärke der Silhouette-Geräte liegt für mich in der sehr gut gemachten firmeneigenen Software und in der Präzision bei filigranen Designs. Du kannst damit wirklich hauchfeine Linien aus Folie und geeignetem Papier schneiden.

Wer eigene Designs erstellen möchte, kommt bei beiden Systemen nicht darum herum, ein Schneideprogramm zu erlernen. Die neueste Version von Silhouette Studio®, Version 4 ist hier meine erste Wahl. Auch Brother ScanNCut-Besitzer können das kostenlose Programm benutzen, ihre Designs ausdrucken, an der Maschine einscannen, speichern und schneiden.
Brother bietet zwar für alle Modelle ein Programm im Internet an, ScanNCut Canvas, das auch auf den mobilen Geräten sehr gut funktioniert, allerdings nur eingeschränkte Funktionen hat und manchmal sehr langsam ist. Mit der kostenpflichtigen Businessversion von Silhouette Studio® können eigene Designs auch so gespeichert werden, dass die ScanNCut sie lesen und schneiden kann. Nur die Designs aus dem Silhouette Onlineshop können nicht im Brother-lesbaren Format gespeichert werden.

Für kleinere Budgets gibt es jetzt im Herbst 2017 von beiden Marken jeweils ein ganz neues Modell unter € 200.-
Die Silhouette Portrait2 hat nur eine Schneidefläche von ca. DIN A4 und nicht den Doppelwerkzeughalter, ist dafür aber sehr viel handlicher als die Cameo3 und erfüllt ansonsten die gleichen Aufgaben.
Die DesignCut von Brother hat keinen eingebauten Scanner, aber die gleiche Schneidefläche wie die "Großen" und kann vom Tablet oder PC aus bedient werden.

Falls du dich immer noch nicht entscheiden kannst und genug Platz hast, ist es natürlich auch eine Option, sich beide Gerätetypen anzuschaffen (aber bitte nicht gleichzeitig). Ich benutze tatsächlich beide Systeme gleich gern und abwechselnd, je nach Material und Anwendung.

Und zum Schluss: diese Gegenüberstellung ist keineswegs vollständig und spiegelt auch in vielen Punkten meine persönlichen Vorlieben wieder.
Wichtig ist, dass wenn du den Plotter dann hast, dass du direkt anfängst damit zu arbeiten und bereit bist, immer wieder etwas dazuzulernen. So wirst du schnell Erfolgeserlebnisse und viel Freude an deinem Gerät haben, egal welches es ist.

Heute keine Bilder?
Nein, der Beitrag ist lang genug und es gibt ohne Ende Bilder meiner Maschinen und Projekte in den anderen Blogbeiträgen.

Viel Spaß!