September 21, 2017

Die Brother-Plotter mit Silhouette Studio® benutzen?

Ja, das geht und sogar sehr gut!

Mit Silhouette Studio® kann man tolle Sachen machen und es ist intuitiver und komfortabler als ScanNCut Canvas. Und es ist ein Programm, das lokal auf dem Computer läuft. Ihr müsst also nicht mit dem Internet verbunden sein, um damit zu arbeiten.

Es gibt 3 Möglichkeiten, Silhouette Studio für die Brother ScanNCut zu nutzen:

1. Die kostenlose Basisversion
Ihr erstellt eure Designs mit dem Programm, füllt die Schnittlinien mit Farbe (am besten Schwarz) und druckt das Design so groß wie möglich aus. Dann nutzt ihr die Scanfunktion der ScanNCut zum Einscannen und schneidet euer Design - so einfach ist das. Es ist übrigens meine Lieblingsmethode, wenn's schnell gehen muss und der Plotter gerade nicht im Büro neben dem Computer steht.

2. Die Silhouette Studio Designer Edition (ca. €25,00 - 50,00, je nachdem wo ihr sie kauft)
Mit dem kostenpflichtigen Upgrade könnt ihr auch .svg-Dateien öffnen und sehr gut bearbeiten (Kaufdateien und Freebies), sodass diese dann ebenso mit Farbe gefüllt, ausgedruckt und geschnitten werden können.

3. Die Silhouette Business Edition (ca. € 50,00 - 119,00, je nachdem wo ihr sie kauft)
Wenn ihr Silhouette Studio ausprobiert habt und euch das Programm wirklich gut gefällt, lohnt sich vielleicht das Upgrade auf die Business Edition. Dies ist dann ein vollwertiges Grafik- und Schneideprogramm, mit dem ihr alle erstellten oder bearbeiteten Designs am Ende als .svg speichern, diese per USB-Stick an die ScanNCut übertragen und dann direkt schneiden könnt, ohne zuvor etwas auszudrucken oder scannen zu müssen.

Die kostenlose Basisversion könnt ihr hier herunterladen:
https://www.silhouetteamerica.com/software

Ihr wählt "Current Version" und klickt dann entweder auf "Mac" oder "Windows", je nachdem was ihr für ein System habt. Das Programm sieht auf beiden Systemen genau gleich aus.
Dann ladet ihr es herunter und installiert es.

Es schadet nicht, einen Account bei Silhouette America® anzulegen. Dann könnt ihr den Designshop und die Bibliothek voll nutzen.

Und hier zeige ich euch ein Beispiel, wie ihr mit der Basisversion die Linienfarbe ändert und die Formen mit Farbe füllt, um diese dann auszudrucken und einzuscannen. Ich nehme dafür das erste Projekt in meinem neuen Buch "Frisch Geschnitten 1.0", die Kreise, um die Papiertörtchen zu basteln.




Nachdem die Formen im Programm erstellt und auf der DIN A4-Seite angeordnet sind, besteht das Design aus feinen roten Schneidelinien. Zuerst wählt ihr mit einem Klick auf die Schaltfläche oben in der Werkzeugleiste alles aus.







Dann geht ihr links oben auf die kleine Schaltfläche, um Formen mit Farbe zu füllen. Im Farbwähler klickt ihr auf Schwarz.




Nun sind die Schneidelinien, die Außenlinien, immer noch rot.
Oben links, gleich neben der Schaltfläche für die Füllfarbe befindet sich die Schaltfläche für die Linienfarbe. Diese öffnet wieder einen Farbwähler und ihr klickt auch hier auf Schwarz.



Dann druckt ihr die Seite aus. Achtet darauf, dass die Motive nicht zu dicht am Rand liegen, sodass sie komplett ausgedruckt werden. Denn oft hat der Drucker einen Rand eingestellt, der nicht bedruckt wird.




Dann nehmt ihr das ausgedruckte Blatt, legt es auf die ScanNCut-Schneidematte und fährt diese in die Maschine ein. Am Bildschirm wählt ihr "Scannen" und dann "Scan zu Schnittdaten".





Zum Erkennen wählt ihr die mittlere Option. Falls noch falsche Linien zu sehen sind, könnt ihr unten im Bildschirm den Schwarz-Weißkontrast ändern, um ein besseres Ergebnis zu bekommen, bevor ihr die Daten in der Maschine speichert.



Dann legt ihr euer Wunschmaterial auf die Schneidematte, ruft die zuvor gespeicherte Datei wieder neu auf, passt die Schneideeinstellungen (Messerlänge, Schneidegeschwindigkeit und Schneidedruck) an und schneidet die Formen aus.



Genauso könnt ihr mit dem Textwerkzeug in Silhouette Studio® alle Schriften auf eurem Computer nutzen, diese beliebig anordnen, im Kreis oder einer anderen Form nachlaufen lassen und mit Designelementen kombinieren.
Dann füllt ihr die Schrift und die Elemente mit Schwarz und druckt sie aus.



An der Maschine scannt ihr das Textobjekt wie oben beschrieben ein, speichert es in der ScanNCut und ruft es wieder auf.



Wenn ihr im Bearbeiten-Menü am Touchscreen die Lupenfunktion benutzt, könnt ihr das Scanergebnis sehr gut sehen und sogar einzelne ungewünschte Fragmente noch entfernen, indem ihr sie auswählt (es muss ein roter Rahmen darum zu sehen sein) und dann mit dem Papierkorbsymbol löscht.



Achtung! Bügelfolie muss vor dem Schneiden gespiegelt werden.
Selbstklebende und Vinylfolie wird nicht gespiegelt. Spiegeln könnt ihr im Bearbeiten-Bildschirm mit der Schaltfläche unten links.




Dann geht ihr auf OK, um in den Schneidebildschirm zu gelangen, passt die Schneideeinstellungen an und schneidet das Motiv aus dem Material eurer Wahl.



In Silhouette Studio® werden alle Dateien als .studio3 auf der Festplatte abgespeichert. Im Programm könnt ihr diese dann jederzeit wieder aufrufen und ausdrucken oder weiter bearbeiten.

Für die Upgrades kauft ihr einen Lizenzcode, der einfach eingegeben wird und dann werden die Zusatzfunktionen direkt aktiviert. Auch beim Erscheinen neuer Programmversionen sind die kostenpflichtigen Lizenzschlüssel bisher immer weiter gültig gewesen. Die Investition ist also nicht in 1-2 Jahren wieder erneut zu tätigen.

Um Silhouette Studio zu erlernen ist mein neues Buch "Frisch Geschnitten 1.0" ideal, da es zu rund 70% sowieso aus Anleitungen für die Software besteht. Weitere 20% sind dann Anleitungen, wie man Bügelfolien, Vinyl usw. verarbeitet. Die maschinenspezifischen Seiten über die Silhouette Cameo und den Schneideprozess könnt ihr einfach überblättern und stattdessen eure ScanNCut so benutzen, wie ihr es gewöhnt seid.

Natürlich gibt es noch weitere Alternativen zu ScanNCut Canvas und Silhouette Studio®.
Viele ScanNCut-Benutzer arbeiten mit dem SCAL - Sure Cuts A Lot (ca. €50,00 - 75,00).

Eine weitere kostenlose Möglichkeit ist das Programm Inkscape, das jedoch nicht ganz einfach zu erlernen ist, da es vom Umfang her den Profiprogrammen wie Adobe Illustrator nahekommt.

Dann viel Spaß bei der Entscheidung, beim Ausprobieren und Werkeln,

Angelika


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