Dezember 14, 2018

Plüsch beplotten - geht das?

Der Kissenbezug aus weißem langhaarigem Plüsch war nicht gerade ein Schnäppchen und leider hatte ich auch keinen ähnlich langhaarigen Plüsch als Stoffrest zum Testen...

Also Augen zu und durch.


Ich habe auf der Fläche, die vom Motiv bedeckt wird, die Haare senkrecht hochgekämmt, damit die Bügelfolie nicht nur oberflächlich auf den plattgedrückten Haaren hält und die Folie dann "absteht", sondern wenigstens Teile der Bügelfolie auch am Grund, zwischen den Haaren fixiert wird.


Dann habe ich das Motiv (selbst gemacht) aus schwarzer Premium Flexfolie geplottet, entgittert, die Transferfolie grob um das Motiv herum abgeschnitten und mittig aufgelegt...


Die Spannung steigt. Kissenbezug, Bügelmotiv und Teflonfolie liegen in der Transferpresse. Das Kissen steht kurz vor dem Ruin...


Nach dem Pressen ist der Plüsch total platt gedrückt, lässt sich jedoch ganz leicht mit den Fingern wieder aufrichten und tadaa...


Das Kissen ist echt toll geworden, genauso wie ich es mir vorgestellt hatte. Am Rand kann man die Haare herauszupfen und die Folie hält prima. Manchmal muss man eben einfach ein Risiko eingehen und darauf los experimentieren. 

Wer genau hingesehen hat, hat oben den neuen Brother ScanNCut SDX 1200 auf meinem Arbeitstisch stehen sehen. Ich liebe ihn! Mehr dazu in den nächsten Tagen.

Bis dann, 

Angelika

September 20, 2018

Gewürz-Dosen an der Wand und Etiketten im Chalk-Look als Freebie

Gewürzregal ade!

Eigentlich hatte ich gar keines und eigentlich koche ich auch gar nicht gern, aber seit wir eine neue Küchenmaschine haben, greife ich doch immer mehr zu Kräutern und Gewürzen.

Es musste also eine schöne, praktische Lösung her. Auf Pinterest habe ich etwas ähnliches gesehen und die Dosen, die sogar schon einen Magnet am Boden hatten, fand ich bei ebay (billig) und im Kaufland (etwas schöner verarbeitet). Eine ausrangierte Pinnwand mit Beule dient als Basis. Die halbrunden Etiketten lassen unten den farbigen Inhalt heraus blitzen.





Den Etikettenbogen  zum Ausdrucken habe ich selbst gemacht, mit einem dunklen Tafelhintergrund, einer schönen Schrift und ein paar Verzierungen in Weiß. Wem die Etiketten gefallen, der kann Sie hier herunterladen.

https://www.dropbox.com/s/kxxfq9dzjrwfww5/kraeuteretiketten.jpg?dl=0

Ihr druckt den Bogen auf einfachem Etikettenpapier aus und könnt die halbrunden Motive dann entweder mit der Brother ScanNCut mit "Scannen -> Direktschnitt" (geht am schnellsten) oder mit Hilfe der PixScan-Matte mit Cameo oder Portrait ausschneiden.




Stellt das Messer dabei auf 1 oder 1 1/2, damit nur das Papier, nicht jedoch die Trägerschicht durchgeschnitten wird. Dann könnt ihr die Etiketten nach dem Schneiden ganz einfach vom Bogen abziehen. Ich habe außerdem noch ganz kleine abgerundete Rechtecke für das Verfallsdatum für alle Dosen geschnitten.



Die halbrunden Etiketten halten gut auf den transparenten Sichtfenstern, trotz dass die Dosendeckel leicht kugelig sind.



Die kleinen Sticker habe ich von Hand mit dem jeweiligen Verfallsdatum beschriftet und hinten auf die Dosen geklebt. Sie halten trotzdem gut an der Magnettafel. 



Als Pinnwand hatte ich noch eine leicht verbeulte alte Edelstahl-Pinnwand auf dem Dachboden. In der Ecke über dem Herd fällt die Beule kaum auf und die schöne Metallplatte kommt endlich wieder zum Einsatz. 



Wow, meine kahle rechte Wand über dem Herd sieht jetzt richtig cool aus und ist zudem superpraktisch. Die Dosen lassen sich ganz leicht abnehmen, benutzen und wieder anhängen. Da macht das Kochen jetzt noch mehr Spaß!

Nachmachen wärmstens empfohlen!

Viel Spaß,

Angelika



September 13, 2018

Ein Rückblick auf das Lillestoff Nähfestival 2018

Und schon liegt es wieder ein paar Tage hinter uns:
Das diesjährige Lillestoff-Nähfestival in Langenhagen/Hannover.

Schön wars wieder!
Hier ein paar Eindrücke vom Festival und von unseren Brother-Workshops:


Am Freitag war noch alles wohlgeordnet und still.



Das hat sich am Samstagmorgen mit Öffnung der Tore schnell geändert. Die große Halle war erfüllt von fröhlicher Kreativität und geschäftigem Treiben.




Auch wenn die Plotterkurse immer etwas versteckt sind, mit den auffälligen Schildern lief keiner an der Tür vorbei.



Wir haben uns auf die Teilnehmerinnen gefreut.



...und waren gut vorbereitet...



So bunt ist die Fensterbank im Besprechungsraum bei Lillestoff sicher selten dekoriert.



Und dann wurde getippt, geschoben, geschnibbelt und geklebt. Vinylfolie, Etikettenpapier, Bügelfolien und Filz haben wir geschnitten und verarbeitet. Ein großes Pensum für Anfänger, aber Mädels, ihr wart echt super, alle!!!





Wie immer muss in meinen Workshops jeder selbst kreativ werden und so sind in den Anfängerkursen am Vormittag unter anderem diese hübschen Notizbücher entstanden - jedes ein bisschen anders. Super!




Und hier noch ein paar Bügelfolienergebnisse. 
Danke Stephe, dass du ans Fotografieren gedacht hast! 



An den Nachmittagen fanden dann die Softwarekurse statt, bei denen die Laptops heiß liefen und sicher auch mancher Kopf geraucht hat. Aber die Mädels wollten ja was lernen und ich denke, das haben wir hinbekommen.



Und dann war wieder alles vorbei - einpacken - verabschieden - zurückfahren.

Ein dickes Danke geht an Lillestoff für die super Organisation und die prima Verpflegung. 
Und es war traurig, dass Stephe genau in die entgegen gesetzte Richtung fahren musste und wir uns jetzt wieder eine ganze Weile nicht mehr sehen. Ein ganz dickes Danke geht auch an dich, meine liebe Stephe!

Bis zum nächsten Jahr bei Lillestoff oder hier bei mir in Borkwalde!























August 30, 2018

Bye bye DaWanda

Heute Nacht wird DaWanda abgestellt.

Ich kann es irgendwie immer noch nicht glauben, vielleicht erst wenn es tatsächlich so weit ist und ich bin immer noch fassungslos wie man so eine Plattform nach 12 Jahren einfach aufgeben kann.


Nach dem neuesten Interview mit der Betreiberin kocht wieder Ärger und Enttäuschung hoch:

https://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/dawanda-gruenderin-helming-wir-wollten-nicht-langsam-sterben/22973292.html

Es  erinnert mich an ein Schiff voller Passagiere, die sich sehr bemüht haben an Bord zu kommen, und das mittendrin auf See vom Kapitän verlassen wird und keiner versteht warum. Der Kapitän  kümmert sich zwar um Rettungsboote, aber nicht, ob diese funktionieren oder nicht, wie weit man damit kommt. Er sorgt selbst für den Untergang und verscherbelt das Wrack dann für eine unbekannte Summe.

Wir Verläufer sind viel zu spät über die Schließung informiert worden. 2 Monate ist nicht genug Zeit, um sich ohne Vorwarnung etwas Neues aufzubauen, zumal es keine mit Dawanda vergleichbare Möglichkeit gibt, weiterzumachen. Wer weiß, wenn die Infos an dem Samstag vor 2 Monaten nicht ungewollt durchgesickert wären, vielleicht wüßten wir es immer noch nicht, dass morgen Schluss ist.

Ich habe mehr als 5 Jahre bei Dawanda verkauft, 3145 Verkäufe und ich habe ganz besonders den persönlichen Kontakt zu meinen Kunden gemocht. Sie haben kommuniziert, was bei meinen anderen Shops nicht der Fall ist. Dort wird gekauft, bezahlt, verschickt - Punkt. Bei Dawanda gab es Fragen, Sonderwünsche und Dankeschön-Bewertungen. Das hat Spaß gemacht. Das werde ich vermissen.

 PapierSchereStoff - Frischgeschnitten.com

Deshalb dieser melancholische Blogpost, bevor ich viele Kunden an die Gewinner bei der Google-Suche, an Amazon und andere Big Player verliere, weil ich als kleines Unternehmen noch viel weniger mithalten kann als DaWanda. Ich verkaufe Material. Das kauft jeder da, wo er es billig und bequem bekommt und da, wo es in der Suche ganz oben auftaucht.

Und Etsy? Das ist keine Alternative, wirklich nicht...
Ich habe meine Artikel transferiert, aber ich konnte sie nicht einstellen, weil ich sie zwar bearbeiten konnte, wegen technischen Problemen jedoch nicht neu abspeichern, sodass das Produkt korrekt neu eingestellt wird - fatal, zeitaufwendig und frustrierend.

So habe ich von meinem DaWanda-Shop Screenshots gemacht, von den Statistiken und auch von meinen 958 Bewertungen. Davon waren 99% 5-Sterne-Bewertungen, keine bösen Neid- und Schlechtmach-Bewertungen wie manchmal anderswo.

Ich denke immer noch mit glänzenden Augen an den 14. September 2015 zurück, als ich mein erstes Buch "Frisch Geschnitten - Das bunte Plotter-Buch" zur Vorbestellung eingestellt hatte und an einem Tag über 200 Ausgaben, fast meine gesamte Erstauflage bei DaWanda verkauft habe und das ging dann monatelang so weiter. Was für ein Erfolg!

 Frisch Geschnitten - Das bunte Plotter-Buch


Vielleicht sollte ich dankbar sein, aber DaWanda hat mir nichts geschenkt. Es war ein beiderseitiges Geschäft und das Herz waren die Käufer und Verkäufer.
Ich hoffe, dass einige meiner Kunden meinen eigenen Webshop finden unter:
www.frischgeschnitten.com

Und ich werde mich weiter bemühen, meine Produkte bei Etsy zu aktivieren, weil DaWanda nach Etsy umleitet.
Meine digitalen Produkte sind bereits hier alle käuflich:
https://www.etsy.com/de/shop/FredaFprintables

Auch der Sommer ist heute anscheinend zu Ende und es regnet seit Wochen zum ersten Mal. Was für ein Tag.
Da hilft nur noch Schokolade.

Beim nächsten Blogartikel wieder fröhlicher...

Eure Angelika





August 17, 2018

Schon mal gemarbelt? Papier marmorieren mit Suchtgefahr

Das ist genau richtig für laue Sommerabende auf der Terrasse:

Papier marmorieren



Du brauchst dazu:
- eine Wanne oder Glasschale, die nur wenig größer ist als das Papier
- Papier
- Marmorierfarben (Ich habe Easy Marble von Marabu genommen)
- Küchenrolle zum Aufwischen und Ablegen
- Schutzhandschuhe! (ansonsten sieht man 1 Woche lang, was du gemacht hast)
- Zahnstocher oder Schaschlikstäbchen
- Wasser, um die Schale bis zum Rand zu füllen
- Platz zum Ablegen oder Aufhängen, um die Papiere trocknen zu lassen

Ich habe mir zuerst etwa die Hälfte der erhältlichen Farbtöne gekauft. Nach dem ersten Ausprobieren habe ich mir alle anderen Farben auch noch bestellt :-). Das Marmorieren macht einen Riesenspaß und bunt gemusterte Papiere kann ich immer gebrauchen. Außerdem muss man ein bisschen üben, bevor die Muster richtig schön werden.

Man muss superschnell arbeiten, da die Farben nur ca. 2 Minuten flüssig bleiben. Da kann man unmöglich gleichzeitig fotografieren. Ich habe eines unserer regelmäßigen Kreativtreffen mit Dagmar, meiner Freundin und Co-Autorin genutzt, um Fotos für diesen Blogpost zu machen. Danke Dagmar für deine Geduld und dass du sogar ohne Handschuhe gemarbelt hast !!!

Zuerst füllst du die Schale bis fast zum Rand mit Wasser.
Dann suchst du 3-4 Marmorierfarben aus und schüttelst die Flaschen. Am besten schraubst du sie alle vorher auf, um wertvolle Sekunden zu sparen :-).




Dann schüttelst du schnell ein paar Tropfen in das Wasserbad. Du kannst sehen, wie die Farbe zerfließt und sich flächig verteilt.



Schnell schüttelst und tropfst du die weiteren Farben ins Wasserbad. Wenn du Farben in vorhandene Farbflächen hinein tropfst, erhältst du hübsche ineinander liegende organische Formen.



Mit einem Zahnstocher oder Schaschlikstäbchen kannst du die Farbflächen vorsichtig verziehen und dadurch die für das Marmorieren typischen Effekte bekommen. Aber Achtung! Sobald die Farben angefangen haben zu trocknen, bleiben sie aneinander und am Stäbchen hängen und die schönen Effekte sind dahin. Nach ein paar Durchgängen bekommst du ein Gefühl dafür, was geht und was nicht.



Dann legst du ein Blatt Papier (ich bevorzuge leichten glatten Karton) auf die Wasseroberfläche. Ich habe viele verschiedene Papiersorten ausprobiert und es hat mit allen gut funktioniert.



Drücke das Papier mit den Fingern vorsichtig nach unten, sodass es an allen Stellen Kontakt mit der Farbe bekommt, um daran zu haften.



Dann hältst du das Papier an 2 Ecken fest und ziehst es vorsichtig nach oben ab. Weiße Stellen zeigen, dass hier die Farbe gerissen ist, was jedoch auch seinen Reiz haben kann.



Zum Trocknen hänge ich die Papiere mit Wäscheklammern an einem alten Wäscheständer auf.



Und hier noch einmal der Stapel der entstandenen Werke, toll!



Ich werde sie zuerst einscannen und dann zu Notizkarten und Geschenkanhängern verarbeiten.

Viel Spaß beim Nachmachen!

Schönes Wochenende,
Angelika


August 01, 2018

Aus Alt mach Neu: Biergarten-Gartenstühle mit Plotter-Schablonen witzig beschriften

Ja, ich weiß, ich habe sie nicht gut behandelt, meine alten Biergartenstühle, in den 31 Jahren...

Zuerst standen sie in der Küche, dann auf dem Balkon und dann das ganze Jahr über im Garten. Ein Wunder, dass sie überhaupt noch so gut aussehen. Aber das Durchhalten wird jetzt belohnt!





Die Chalky Look Chalkfarbe von Fleur hält auf nahezu jedem staubfreien festen Untergrund. Ich liebe die Qualität und die einfache Handhabung dieser Farben!



Deshalb habe ich nur grob die lose alte Farbe abgeschmirgelt und das Holz leicht angeraut. 



Je nach Farbton waren 2 oder 3 Schichten Farbe nötig. Bei den hochsommerlichen Temperaturen ist die Farbe superschnell getrocknet. Streichen finde ich immer sehr entspannend. 



Um den Entwurf für die Schablone zu machen habe ich die Rückenlehnen-Hölzer und die Sitzfläche fotografiert.




Dieses Foto habe ich in Silhouette Studio® geöffnet. Die Brettchen am Stuhl sind genau 40,5 cm breit. Ich habe ein Rechteck in der Breite von 40,5 cm gezeichnet und dann das Foto größer gezogen, sodass die Brettchen auf dem Foto auch 40,5 cm breit waren.



Dann habe ich meinen Schablonentext in einer Stencilschrift geschrieben und mit Weiß gefüllt, um mir das Ergebnis besser vorstellen zu können. So sieht es schon fast echt aus. Die beiden Schriftzüge sind jetzt fertig zum Schneiden und haben auch die richtige Größe. So kann die Datei gespeichert werden.



Brotherplotter-Besitzer können die Schriftzüge mit Schwarz füllen, ausdrucken, einscannen und dann schneiden oder wer die Silhouette Studio® Business-Edition hat, als svg.-Datei abspeichern und an den Plotter übertragen. 
Aber Achtung! Wenn die beiden Schriftzüge über die Schneidefläche von 30 cm x 30 cm hinausgehen, verkleinert der Plotter das Design beim Öffnen. Dann muss die Größe vorm Schneiden noch einmal überprüft und evt. angepasst werden! 



Ich habe dann noch Schablonen für die Jahreszahlen (Kaufjahr - Anstreichjahr) erstellt. 



Die drei Schablonen habe ich aus Overheadfolie geschnitten. Schablonenfolie geht auch. Die Schablonen müssen haften, damit beim Auftragen nicht zuviel Farbe darunter gerät. Die Overheadfolie habe ich von hinten mit repositionierbarem Kleber angesprüht. So kann sie dann an die richtige Stelle auf den Stuhl "geklebt" werden.



Mit einem Pinsel tupft man dann von oben durch die Schablone. 



Nach dem Auftupfen wird die Schablone direkt abgezogen.





Nun bin ich gespannt, ob sich unsere Gäste auf die Stühle setzen :-). Die Tasche jedenfalls ist zur Sicherheit erstmal auf dem nicht bedruckten Stuhl abgelegt worden...



Mit dem frisch gestrichenen gelben und schwarzen Stuhl habe ich etwas anderes vor, das hier noch nicht verraten wird :-))).

 Vielleicht habt ihr ja auch noch ein paar alte Holzstühle herumstehen. Der Aufwand war viel kleiner als ich gedacht hätte. Das Streichen ist ein perfektes Sommerprojekt, worüber ihr euch noch jahrelang freuen könnt. Ich bin froh, dass ich mein Vorhaben endlich in die Tat umgesetzt habe.

Bis bald,

Angelika