Dezember 09, 2017

Veredelungsfolien-Experimente

Im letzten Blogpost habe ich eine Anleitung geschrieben, wie die hauchdünnen Veredelungs-, oder auch Heißprägefolien genannt, richtig verarbeitet werden.

Bei meinen Experimenten und Tests auf dem Weg zum optimalen Ergebnis habe ich die eine oder andere Erfahrung gemacht und auch Überraschungen erlebt.

Diese teile ich heute mit euch und hoffe, ihr bekommt Lust, diese Folien auch einmal auszuprobieren.  Zum Experimentieren habe ich in meinem Shop ein paar kleine Probiersets zusammengestellt in der Rubrik Veredelungsfolien.

Und los geht's:
Die Veredelungsfolie hält prima auf schwarzer Premium Flexfolie, auch wenn die Motive schon länger liegen, so wie meine Einkaufstaschen.

Ich habe mit der Transferpresse mit Temperaturen zwischen 170°C und 180°C gute Ergebnisse bekommen. Ich habe den Druck so hoch wie möglich gestellt und zwischen 60 und 90 Sekunden lang gepresst.
Die einfarbigen Veredelungsfolien müssen länger und heißer gepresst werden als die Gemusterten.
Kürzere Presszeiten und weniger Hitze ergeben unregelmäßige Vintageeffekte. Lange Presszeiten und die höchste Temperatur ergeben eher deckende Effekte.





Die gestreifte Folie mit den Farbverläufen hat mich positiv überrascht.




Für den goldenen Löwen habe ich die goldene gemusterte Veredelungsfolie zuerst einmal stark zusammengeknüllt, damit sie einen shabby Effekt bekommt und nicht zu glatt und glänzend herauskommt.


Dann glatt gezogen und aufgelegt...


und bei 170 °C 60 Sekunden lang gepresst...

Die gemusterten Folien können grundsätzlich kürzer und mit weniger Hitze gepresst werden und decken die Flexfolie trotzdem gut ab.



Zuerst habe ich Flexfolie mit klebender Transferfolie genommen. Diese hat die empfindliche Oberfläche des Kunstleders, die dunklen Flecken, entfernt und so das Kunstleder beschädigt.


 Weil mir der goldene Löwe so gut gefallen hat, habe ich das Gleiche noch einmal mit Flexfolie mit nichtklebender Transferfolie wiederholt und siehe da, die Struktur des Kunstleders ist diesmal intakt geblieben.
Bei derartig empfindlichen Materialien muss darauf geachtet werden, dass sich beim Pressen möglichst wenig Kanten der aufgelegten Folien abdrücken können, also entweder das Motiv ganz knapp abschneiden oder ganz groß lassen, sodass alles bedeckt ist.


Im nächsten Beispiel habe ich sehr dicke Flexfolien als Basis verwendet. Die gemusterte grüne Veredelungsfolie hält auch ganz prima auf der transparenten Flexfolie. Da diese so dick ist, wird das Motiv entsprechend steif, also für Kleidung eher nicht geeignet.




Auch diese einfarbigen Veredelungsfolien fühlen sich nach dem Pressen auf stärkerer schwarzer Flexfolie ziemlich steif an und bilden eine Art 3D-Effekt, der für Taschen und ähnliches durchaus attraktiv sein kann. Sie mussten mit 180°C 90 Sekunden lang gepresst werden, um so auszusehen.


Die nächsten beiden Tests auf dickem Jeansstoff fand ich zuerst enttäuschend. Die grobe Struktur hat verhindert, dass die Veredelungsfolien richtig deckend verschmolzen wurden. Bei den Sternen oben habe ich dann noch einmal nachgepresst und silber und gold verwechselt. Also sind sie zweifarbig geworden. 
Auf den zweiten Blick sehen diese Drucke jedoch aus wie handgedruckt mit Stempeln und das hat dann doch seinen Reiz, zumal der Metalliceffekt auch bei dem schwachen Druck vorhanden ist und bei Bewegung schimmert.



Mein Fazit:
Jedes Material muss mit der geeigneten Basisbügelfolie, verschiedenen Temperaturen und Pressdauer eingehend getestet werden, wenn man einen bestimmten Effekt haben möchte.
Wer sich gern überraschen lässt und mit Zufallsergebnissen leben kann, der kann einfach darauf los werkeln und Spaß haben. Wenn etwas nicht hält, kann immer wieder nachgepresst werden.

Ich wünsche euch einen glitzernden ersten Advent!

Liebe Grüße,
Angelika






Dezember 08, 2017

Textildruck mit Veredelungsfolien / Heißprägefolien


Sofort als ich das wunderschöne Sternmotiv von Dreamplotts (Stern 3 auf www.dreamplotts.com) gesehen habe, war klar: das wird mein Weihnachtsshirt. 
Und hierbei probiere ich endlich diese merkwürdigen dünnen Veredelungsfolien aus, die über eine vorhandene Flexfolie darüber gepresst werden. 
Das fertige Shirt sieht allerdings viel viel schöner aus als die Fotos es zeigen. Dieser Glanz, wenn Licht darauf fällt und den leichten used Look kann man kaum im Bild einfangen. 
Die dunkelrote Veredelungsfolie (gibt es hier: www.frischgeschnitten.com) ist ein absoluter Hingucker. Es folgt eine kleine Anleitung, denn es ist doch nicht ganz so einfach, diese Folien zu verarbeiten.



Da Leo von Dreamplotts ihre Designs auch für die ScanNCut optimiert, habe ich mich bei diesem Projekt für den Brother Plotter entschieden. Aber natürlich lassen sich die Motive genauso gut mit einer Cameo schneiden. 
Ich habe die maximale Schneidefläche ausgenutzt und auf die freien Flächen noch 3 einzelne Sterne zum Testen der Folien platziert.



Zuerst wird mit dem Plotter das Wunschmotiv aus schwarzer Flexfolie und geschnitten. Schwarz, weil es am besten zum Shirt passt, aber auch weil darauf die Veredelungsfolien am besten halten. Die dünnen Folien haben keinen eigenen Kleber und müssen daher in die Flexfolie als Untergrund eingeschmolzen werden.



Das Entgittern von solch einem schönen Motiv macht Spaß. 




Je dünner die Flexfolie ist, desto unauffälliger ist sie hinterher unter der Veredelungsfolie. Für Kleidung sollte die Folie deshalb so fein wie möglich gewählt werden. 
Dicke Flexfolien als Grundlage ergeben einen steifen erhabenen Effekt, der je nach Projekt durchaus gewollt ist, z. B. für Taschen.



Dann wird die Veredelungsfolie einfach oben auf das Bügelfolienmotiv aufgelegt. Zum Schutz des Kleidungsstücks und der Folie kommt dann Backpapier oder besser ein Bogen Teflonfolie darüber.



Dann wird das Motiv noch einmal mit soviel Druck wie möglich und bei hoher Temperatur zwischen 60 und 90 Sekunden gepresst. Beim Nachmachen solltet ihr unbedingt vorher einige Tests machen. Ich habe je nach Untergrund, Bügelfolie, Druck, Temperatur und Pressdauer (mit der Transferpresse) sehr unterschiedliche Ergebnisse bekommen. 
Das Werkstück muss komplett erkaltet sein. Erst dann wird die Veredelungsfolie abgezogen. Nun ist die Farbe der Folie auf das Shirt übertragen. Die Folie kann weiterverwendet werden, um die verbliebene Farbe für andere Projekte zu nutzen. Auch das Negativbild und die Farblücken können wieder einen besonderen Effekt ergeben.



Das Ergebnis ist immer eine Überraschung, was sicher nicht Jedermanns Sache ist. Aber solche Effekte bekommt man eben mit keiner anderen Folienart hin. Ich bin sehr zufrieden mit meinem Weihnachtsshirt und kann es gar nicht erwarten, es anzuziehen.




Man kann die Veredelungsfolien übrigens noch ganz anders benutzen, nämlich auf Papier!
Darüber schreibe ich dann später noch ausführlicher.



Ich wünsche euch einen schönen Start ins Wochenende!

Angelika

Dezember 01, 2017

Auch Schuhe können "beplottet" werden - und ein Minitutorial, wie man Glyphen benutzt in Silhouette Studio®


Einen Schuhtick hatte ich schon immer.
Vor ein paar Wochen habe ich mir diese witzigen Filzschuhe gekauft. Von der Seite sehen sie super aus und man läuft auch ganz gut darin, aber von oben, wo ich immer daraufschaue, sahen sie irgendwie zu groß und plump aus.
Also warum nicht mal probieren, ob man die Fläche mit einem kleinen Muster unterbrechen kann.




Für Lederschuhe und andere schwierige Materialien gibt es spezielle Bügelfolien, die weniger heiß und weniger lang gepresst werden. Aber für meine Filzschuhe habe ich einfach dunkelgraue Flockfolie ausgewählt und in Silhouette Studio® ein einfaches Muster aus Text, Glyphen, erstellt.

Um auszuprobieren, was schön aussieht, machst du zuerst ein Foto von den Schuhen und öffnest dieses in Silhouette Studio®.
Später kann das Muster entweder mit einer Silhouette Schneidemaschine geschnitten werden oder die Datei ausgedruckt oder als .svg gespeichert und dann auch mit dem Brother ScanNCut geschnitten werden.
Die Basisversion von Silhouette Studio® ist ja kostenlos und kann auf der Webseite von Silhouette America® heruntergeladen werden.




Im Programm links wählst du das große "A" aus und schreibst 2-3 Buchstaben in einer passenden Größe. Schiebe diese auf dem Foto an die Stelle, wo das Muster später hinsoll.

Dann wählst du rechts in der Leiste das Textwerkzeug aus. Es öffnet sich die Textstil-Palette. In der Palette gehst du oben auf das Symbol in der Mitte. Nun werden für jede Schrift die Zeichen, auch Glyphen genannt, angezeigt und du kannst einfach auf ein Zeichen klicken. Dann wird es deinem geschriebenen Text hinzugefügt. So kannst du ein paar hübsche Zeichen finden, aus denen du ein einfaches Muster erstellst.

Sollte das nicht klappen, musst du einen Doppelklick auf die geschriebenen Buchstaben machen, dass du auch wirklich im Schreibmodus bist und die Buchstaben markieren, löschen und ändern kannst.

Wähle die Zeichen/den Text aus und fülle sie mit Füllfarbe. Die Farbpalette dafür kannst du ebenfalls rechts in der Leiste finden. Dann sieht es noch echter aus und du kannst dir das Ergebnis besser vorstellen.




Dann gehe oben im Menü auf "Objekt -> Gruppierung aufheben". 
Jetzt sind alle Zeichen einzeln und du kannst sie beliebig auf der Fotovorlage drehen, anordnen und in der Größe anpassen.
Ich konnte mich nicht entscheiden, welches Muster mir besser gefällt und so habe ich gleich 2 Varianten gemacht.




Gruppiere das fertige Motiv und dupliziere, bzw. spiegle es einmal. Dann schiebe die Motive foliensparend zurecht. Denke jedoch daran, trotzdem genug Abstand zum Auseinanderschneiden zu lassen. Dann schneide deine Motive aus der gewünschten Bügelfolie.




Nach dem Entgittern ist "Anprobe". Jetzt im Vergleich konnte ich mich für das linke Muster entscheiden.




Mit den Zehenschuhen wurde auch eine feste Pappform mitgeliefert, die sehr praktisch zum Aufpressen war. Ansonsten musst du deine Schuhe sehr hart mit Zeitungspapier ausstopfen.  



Dann habe ich das Muster mit der Kante des heißen Bügeleisens fest jeweils 15 Sekunden an einer Stelle gepresst. 


Teile des nicht verwendeten Musters habe ich noch hinten an der Ferse über dem Firmenlogo aufgepresst. 
Ich finde, die Verzierung war eine große Aufwertung für die Filzschuhe und sie wirken jetzt edler.

Auf diese Weise kannst du auch Filzhausschuhe verzieren - ein schnelles individuelles Weihnachtsgeschenk.

Ich wünsche euch einen schönen Dezemberanfang und einen geruhsamen ersten Advent!

Angelika



November 30, 2017

Ein kleiner Rückblick auf den Brother ScanNCut-Workshop in Langenhagen

Und noch einmal 2 Tage Workshops bei Lillestoff in Langenhagen...
Diesmal waren wir im Besprechungsraum, versteckt mitten im Stofflager, da wo sich die Näh- und Handarbeitsbegeisterten am wohlsten fühlen.

Bei den Silhouette-Workshops sitzen ja alle erstmal ordentlich vor ihren Computern und erlernen die Software.
Bei den Brother-Workshops hingegen geht es gleich zur Sache. Es wird innerhalb von ein paar Minuten geschnitten und dementsprechend "wild" sieht es dann auch gleich aus. Die Tische können gar nicht groß genug sein und aus allen Taschen kommen spannende Materialien.

Das Thema war "Geschenkideen mit dem Brother ScanNCut" und so haben wir von allem ein bisschen was gemacht: ein bisschen Vinyl, ein bisschen Schablonenerstellen und Ausmalen und auf Wunsch der Teilnehmerinnen ganz viel mit Bügelfolien.
In den kleinen Gruppen war viel Raum für eigene Wunschprojekte. Am Ende haben alle mehrere fertige Werke eingepackt und hoffentlich ganz viel Inspiration mit nach Hause genommen.
Es hat so einen Spaß gemacht mit euch!

Diesmal habe ich auch zwischendurch mal daran gedacht, ein paar Fotos zu machen. Das war die Freitagsgruppe:




und das war die Samstagsgruppe:


Es haben sich Freundschaften entwickelt, die sogar Partnerlook-Shirts hervorgebracht haben.


Die Gläser haben wir mit den Mustern, die in der Maschine drin sind verziert.
Viele wissen gar nicht, was für schöne und nützliche Motive da überhaupt drin sind.

Und meine Holzschilder sind alle in sehr gute Hände abgegeben worden. 
Es war eine gute Idee, die Rohlinge zu machen (siehe den Blogpost davor). 


Es waren 2 super Tage und ich freue mich, euch bei Facebook oder anderswo wieder zu treffen.

Bis bald!



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November 22, 2017

Holzschilder im Shabby Look




Der freundliche Mann von Hellweg hat sich letzte Woche tatsächlich direkt bereit erklärt, mir aus ein paar Holzdielen ganz viele einzelne Schilder zurechtzusägen.



Dafür habe ich dann gleich noch ein Handschleifgerät für die Kanten gekauft und dann war "Basteltag" angesagt. 
Zum Glück spielte das Wetter mit und ich konnte auf der Terrasse schleifen. Das ging erstaunlich schnell und gut. Ziel war es, meine Workshop-Teilnehmerinnen am Wochenende mit den Schildern zu überraschen.



Nathalie von Jasando.ch hat auf der Creativa in den höchsten Tönen von den "Chalky Look"-Farben der italienischen Marke "Fleur" geschwärmt, die sie in der Schweiz verkauft. Ich habe mir 5 Farben und das Wachs mitgenommen und jetzt verstehe ich's. Die Farben sind der Hammer!
Sie sind von der Konsistenz her genau richtig, um den Pinsel einfach einzutauchen und loszustreichen, eine ganz saubere Sache. Sie decken hervorragend, halten auf fast allen Flächen ohne Vorbehandlung und ergeben nach dem Trocknen ein wunderschönes, farbintensives, mattes Finish.




Mit dem Wachs der gleichen Marke kann man dann die Kanten und die Stellen, die man später shabby haben möchte, leicht einstreichen. 
Nach dem Trocknen kommt der zweite Anstrich in Kontrastfarbe.



Dann werden die Kanten und die eingewachsten Stellen mit feinem Schleifpapier abgeschmirgelt. 
Da, wo vorher das Wachs aufgetragen war, geht die obere Farbschicht sehr leicht ab und ergibt einen abblätternden Effekt, super!



Ich hätte nicht gedacht, dass ich die 18 Schilder so schnell fertig bekomme und dass sie so schön werden. Gleichzeitig war es mal ganz herrlich entspannend, einfach nur den Pinsel zu schwingen, ohne den Anspruch auf Perfektion.



Dann habe ich mit dem Plotter 2 Schablonen geschnitten. Die Weihnachtsbaumdatei habe ich selbst erstellt und etwas in die Höhe gezogen, damit das Motiv länger wird für das schmale Brett.
Die Schabonen werden aufgelegt und jeweils in der Grundfarbe noch einmal oben darüber gestrichen.



Ok, es ist ein wenig Farbe unter die Schablone geraten, aber das macht überhaupt nichts. So ein Projekt darf ruhig handgemacht aussehen.



Die Stencilschrift, die in der ScanNCut schon gespeichert ist, eignet sich prima für ein Hinweisschild mit Text wie hier mein "PRIVAT"-Schildchen. Alles 4 Stunden trocken lassen und fertig!
Mal sehen, was die Mädels dazu sagen...



Und ich habe mir gleich noch 5 weitere Farben bestellt. Demnächst sind dann die Gartenstühle dran.



November 05, 2017

Welcher Plotter ist für mich der Richtige? Eine Gegenüberstellung Brother ScanNCut - Silhouette Cameo3

Gerade jetzt, wo die Tage kürzer werden und wieder mehr gebastelt und genäht wird, sehe ich immer wieder die Frage auftauchen, welcher Schneideplotter besser ist, die Geräte von Brother (ScanNCut) oder von Silhouette (Cameo3 und Portrait2).

Es gibt mehrere Gegenüberstellungen im Internet, aber wer noch nie so ein Gerät hatte, tut sich oft schwer damit, die technischen Daten zu beurteilen und zu entscheiden, was für einen selbst das Beste ist.

Für mich liegt der Unterschied ganz klar in der Bedienung der Geräte.
Wenn mir bei Workshops oder am Telefon jemand diese Frage stellt, versuche ich zuerst einmal herauszufinden, was für ein Typ Mensch der Interessent ist. Dann fällt die Entscheidung meist ziemlich schnell.

Wenn du gern handwerklich arbeitest, gerne nähst, bastelst, ausprobierst und darauf los arbeitest, dann bist du eher der ScanNCut-Typ.

Wenn du gern alles gut vorbereitest, geduldig bist, gern am Computer arbeitest, lieber die volle Kontrolle hast und exakte Ergebnisse bis ins kleinste Detail erwartest, dann bist du eindeutig der Cameo-Typ.

Wir haben einen kleinen Selbsttest mit 10 Fragen aufgesetzt. Wenn du diese beantwortest, bekommst du am Ende eine Punktzahl von 1 - 20 Punkten.

Brother ScanNCut-Typ 1 <---------------------------------> 20 Silhouette Cameo3-Typ.

Zum Selbsttest kommst du hier!



Das wichtigste Argument bei der endgültigen Entscheidung ist sicher der Druck, mit dem die Maschinen die Materialien schneiden.
Dieser ist bei den Brother-Geräten sehr hoch (bis zu 1250gr, also mehr als ein Kilo). So kann mit der ScanNCut auch Leder, Karton, Schrumpffolie usw. in einem Durchgang leicht geschnitten werden.

Die Silhouette-Geräte haben einen Anpressdruck von max. 210gr, also sehr niedrig. Hier kommst du schnell an Grenzen mit dicken, schweren Materialien. Der stärkste Karton, der problemlos geschnitten werden kann, ist Tonkarton mit 300 gr/qm.

Der ScanNCut kann auch ohne Computer benutzt werden, denn es gibt ein eingebautes Touch-Display, an dem du fast alle Funktionen direkt an der Maschine durchführen kannst. Du hast in der Maschine bereits jede Menge Designs vorinstalliert und kannst auch deine eigenen Designs dort speichern. Auch das WLAN bei den Brother-Modellen mit WLAN-Funktion funktioniert sehr gut. Mit dem Scanner kannst du Motive direkt mit der Maschine einscannen und schneiden oder die Schneidelinien speichern, um sie aus einem anderen Material auszuschneiden.

Bei den Silhouette-Geräten musst du die Designs, egal ob selbst erstellt oder gekauft, immer in der Software Silhouette Studio® bearbeiten, zum Schneiden vorbereiten und dann an die Maschine senden. Das Bluetooth arbeitet nicht immer zuverlässig. Du kannst die Dateien per USB-Stick übertragen für eine computerunabhängige Bedienung. Diese können jedoch an der Maschine nicht mehr verändert werden.

Die Silhouette-Geräte haben das Automatikmesser, das sich so einstellt wie in der Software vorausgewählt. Es ist allerdings nicht immer zuverlässig bei Materialien, die nicht von der Marke Silhouette sind. Ich rate allen Benutzern, zusätzlich ein Standardmesser für dickere und schwierige Materialien anzuschaffen.
Die Stärke der Silhouette-Geräte liegt für mich in der sehr gut gemachten firmeneigenen Software und in der Präzision bei filigranen Designs. Du kannst damit wirklich hauchfeine Linien aus Folie und geeignetem Papier schneiden.

Wer eigene Designs erstellen möchte, kommt bei beiden Systemen nicht darum herum, ein Schneideprogramm zu erlernen. Die neueste Version von Silhouette Studio®, Version 4 ist hier meine erste Wahl. Auch Brother ScanNCut-Besitzer können das kostenlose Programm benutzen, ihre Designs ausdrucken, an der Maschine einscannen, speichern und schneiden.
Brother bietet zwar für alle Modelle ein Programm im Internet an, ScanNCut Canvas, das auch auf den mobilen Geräten sehr gut funktioniert, allerdings nur eingeschränkte Funktionen hat und manchmal sehr langsam ist. Mit der kostenpflichtigen Businessversion von Silhouette Studio® können eigene Designs auch so gespeichert werden, dass die ScanNCut sie lesen und schneiden kann. Nur die Designs aus dem Silhouette Onlineshop können nicht im Brother-lesbaren Format gespeichert werden.

Für kleinere Budgets gibt es jetzt im Herbst 2017 von beiden Marken jeweils ein ganz neues Modell unter € 200.-
Die Silhouette Portrait2 hat nur eine Schneidefläche von ca. DIN A4 und nicht den Doppelwerkzeughalter, ist dafür aber sehr viel handlicher als die Cameo3 und erfüllt ansonsten die gleichen Aufgaben.
Die DesignCut von Brother hat keinen eingebauten Scanner, aber die gleiche Schneidefläche wie die "Großen" und kann vom Tablet oder PC aus bedient werden.

Falls du dich immer noch nicht entscheiden kannst und genug Platz hast, ist es natürlich auch eine Option, sich beide Gerätetypen anzuschaffen (aber bitte nicht gleichzeitig). Ich benutze tatsächlich beide Systeme gleich gern und abwechselnd, je nach Material und Anwendung.

Und zum Schluss: diese Gegenüberstellung ist keineswegs vollständig und spiegelt auch in vielen Punkten meine persönlichen Vorlieben wieder.
Wichtig ist, dass wenn du den Plotter dann hast, dass du direkt anfängst damit zu arbeiten und bereit bist, immer wieder etwas dazuzulernen. So wirst du schnell Erfolgeserlebnisse und viel Freude an deinem Gerät haben, egal welches es ist.

Heute keine Bilder?
Nein, der Beitrag ist lang genug und es gibt ohne Ende Bilder meiner Maschinen und Projekte in den anderen Blogbeiträgen.

Viel Spaß!

Oktober 11, 2017

"Frisch Geschnitten" in der Schweiz

Letzte Woche fand vom 04.10 - 08.10. in Zürich die Kreativmesse Creativa statt.

Dies nahm ich zum Anlass endlich mal meine schweizerischen Händlerkunden zu besuchen und persönlich kennenzulernen, nachdem wir schon seit über 2 Jahren zusammenarbeiten.

Auf der mehr als 800 km langen Anreise mit dem Auto hatten wir schönstes Wetter und das Hotel auf dem Zürichberg war noch idyllischer als auf den Bildern im Internet.

Die erste Anlaufstelle war ein Besuch bei SCRAP AND STAMP in Rickenbach/Winterthur.
Corinne betreibt seit vielen Jahren zusammen mit mehreren Mitarbeiterinnen ein Spezialgeschäft für alles rund ums Scrapbooking.
Oh wow, das ist wirklich ein Fachgeschäft! Die Auswahl an Stempeln, Papieren, Werkzeugen usw. ist gigantisch. Der ganze Laden ist ein Augenschmaus, so wohlsortiert nach Themen.

Und hier werden meine Bücher nicht nur verkauft, sondern sie werden auch benutzt! Im Workshop- und Demonstrationsbereich auf der Galerie liegen sie herum, stets griffbereit...


Wer in der Gegend von Winterthur ist, sollte sich das nicht entgehen lassen.
Adresse, Öffnungszeiten und den Onlineshop findet ihr hier: www.scrapandstampshop.ch

Natürlich habe ich dann vor lauter Reden, Stöbern und Einkaufen vergessen, weitere Fotos zu machen. Das ganze supernette Team kam aber am nächsten Tag noch einmal zur Messe und da haben wir dann wenigstens ein Erinnerungsfoto von uns allen gemacht.


Der Freitag war wirklich ein ganz besonderer Tag.
Ich habe ihn am Stand von Jasando.ch verbracht. Ich bin so herzlich empfangen worden, dass ich mich vom ersten Moment an wie zuhause gefühlt habe. Nathalie und ihre 4 Mitarbeiterinnen, alle in Grün, sind die reinsten Energiebündel und haben unermüdlich die Software erklärt und die Maschinen vorgeführt. 
Das Herz von Jasando ist eigentlich der Onlineshop, aber hier auf der Messe waren dann all die bunten Plotter-Materialien zum Anfassen und sofort Mitnehmen, so auch meine Bücher. 
Die gute Stimmung hat sich direkt auf die Kunden übertragen und ich weiß nicht mehr wieviele Bücher ich signiert und mit einer Widmung versehen habe, aber es waren seeeeeeehr viele.


Am Abend tönte von unserem Stand immer noch fröhliches Gelächter, während alle anderen Standbetreiber erschöpft aus der Halle schlurften. Bevor beim Fonduessen munter weitergeschnattert wurde musste natürlich noch ein Gruppenfoto gemacht werden. Die Mädels waren echt der Hammer!


Auch Big Time Stempel hatte einen wohlsortierten Stand und eine tolle Auswahl an selbst designten Stempeln. Dort kamen meine gelben Bücher auf dem schwarzem Tuch besonders gut zur Geltung. Es war super, Gary und seine Mitarbeiterinnen mal kennenzulernen und ich habe endlich einen Stempel mit Postkarteneinteilung gefunden.



Mit Jacqueline vom Atelier Rägeboge habe ich mich lange ausgetauscht, aber wir haben leider vergessen, ein Foto zu machen. Das tun wir dann nächstes Jahr, denn ich komme ganz bestimmt im nächsten Jahr wieder!

Am Samstag habe ich dann den Jungs von Schuwies.ch in Steinhausen einen Überraschungsbesuch abgestattet. Unglaublich, was für eine tolle Auswahl an Bastel- und Künstlerbedarf in so einen kleinen Laden passt! Die Überraschung war gelungen und ich konnte wieder nicht anders, als mit 2 Tüten aus dem Geschäft zu gehen. Und wir haben sogar ans Foto machen gedacht.


Was für eine schöne Reise! 
Es war sehr interessant zu sehen, wie die schweizerischen Plotter-Händler, die ihre Geschäfte doch so dicht beieinander haben, so gut nebeneinander existieren können und vor allem, wie freundschaftlich und kollegial sie miteinander umgehen. Am Samstag wurden nämlich die "Frisch Geschnitten"-Bücher auf der Messe knapp und die Händler, die noch welche hatten, haben großzügig ausgeholfen.
Da macht dann das Bücherpakete packen gleich nochmal so viel Spaß.

Danke für die tolle Gastfreundschaft und bis zum nächsten Jahr!

Angelika